Patienten-Information zur homöopathischen Behandlung

Da Sie, liebe Patienten, zumeist auf eine Empfehlung hin zu uns kommen, können wir nicht davon ausgehen, dass Sie sich zuvor bereits mit unseren Therapieformen auseinandergesetzt haben. Es ist aber durchaus wünschenswert und für die Klassische Homöopathie sogar unabdingbar, dass Sie wissen, was hier mit Ihnen geschieht und auf welche Weise Sie selbst zum Behandlungserfolg beitragen können.

Zum formalen Ablauf in der Praxis sei zunächst folgendes vorausgeschickt:

Nur in Ausnahmefällen vergeben wir Folgetermine für Patienten, die sich homöopathisch behandeln lassen. Der Grund ist: Wir möchten Ihnen die Verantwortung für Ihre Gesundheit nicht aus der Hand nehmen. Sie können in der Tat selbst am besten den richtigen Zeitpunkt für einen erneuten Besuch feststellen!

Als kleine Hilfestellung: Wenn eine starke Reaktion auf ein Mittel auftritt, sprechen Sie umgehend auf den Anrufbeantworter. Nach Ihrem Erstgespräch in der Praxis sollten Sie in jedem Fall nach 4 bis 6 Wochen anrufen, um zu berichten, wie es Ihnen geht. Sollte sich nur in einigen, womöglich noch untergeordneten Bereichen etwas getan haben, oder Sie fühlen gar keine Veränderung, so sollten Sie in jedem Fall nach 2 bis 3 Monaten erneut vorstellig werden.

Es ist immer möglich, dass ein Mittel nicht greift, dass noch unbeachtete Blockaden im Körper vorhanden sind (z.B. ausgelöst durch latente Impfschäden, Antibiotika-Behandlungen o.ä.; vielleicht haben Sie das homöopathische Medikament auch – unwissentlich – durch ätherische Öle, Kaffee oder andere Antidote außer Kraft gesetzt).

Es ist sicher nachvollziehbar, dass ein intensiv gepflegter Kontakt und das Beschäftigen mit der Homöopathie und den eigenen Körperreaktionen den Behandlungsverlauf begünstigen bzw. die Therapie beschleunigen können. Es ist jedoch möglich, soweit es Ihnen entspricht, viele Dinge telefonisch mit uns regeln. Zweimal im Jahr sollten Sie allerdings in die Praxis kommen (zumindest, wenn der Weg nicht weiter als 200 km ist), da wir im persönlichen Gespräch und mit den Möglichkeiten der Antlitz- und Irisdiagnose in der Regel schneller “auf den Punkt kommen”. In Ihrem eigenen Interesse bitten wir Sie, die Entwicklung von Hauterkrankungen unter der homöopathischen Behandlung häufiger vorzuzeigen.

Um den Kontakt zu uns herzustellen, sprechen Sie bitte Ihre Telefonnummer langsam auf Band und geben Sie Zeiten an, zu denen Sie erreichbar sind. Um den Speicherplatz des Anrufbeantworters nicht zu überfordern, verzichten Sie bitte auf ausführliche Symptombeschreibungen. Wir werden Sie entsprechend unserer Arbeitszeiten zurückrufen (Ina Kaiser i.d.R. bis 18.00 Uhr, Henning Kaiser abends zwischen 18.00 und 19.00 Uhr, Christina Romero ganztägig montags, ansonsten in der Regel morgens zwischen 9 und 10 Uhr). Wochenends und feiertags können Sie gern auf Band sprechen. Es besteht immer die Möglichkeit, dass wir in die Praxis hineinschauen, ihren Anruf mitbekommen und uns dann melden. Unsere Kollegin Frau Angelika Kruse nimmt, sofern sie im Haus ist, auch gern als Vertretung Ihren Anruf entgegen (Tel.: 040- 5535672).

Wenn Sie möchten, können Sie uns auch per E-Mail kontaktieren, und wir beantworten diese, wie es uns zeitlich möglich ist.

[email protected][email protected] und [email protected]

Welche Kosten kommen auf Sie zu, wenn Sie zu einer homöopathische Erstanamnese in die Praxis kommen?

Die erste Sitzung dauert zwischen 2 und 3 Stunden, kostet also zwischen 160 und 240 Euro. Wir bitten Sie stets um Barzahlung. Sollten Sie eine Rechnung benötigen, so wird Ihnen diese anschließend zugesandt, eine Quittung bekommen Sie in jedem Fall gleich mit. Über die Telefonate und E-Mails erhalten Sie eine Rechnung, sobald der Rechnungsbetrag 40 Euro (bei Familien 80 Euro) übersteigt bzw. wenn der letzte Termin bereits drei Monate zurückliegt.

Wir empfehlen Ihnen sehr, unsere Vorträge über Homöopathie zu besuchen, um ihre Wirkungsweise zu verstehen und Ihnen zu ermöglichen, kleinere Akuterkrankungen selbst zu behandeln.

Klassische Homöopathie

Falls Ihnen die “Homöopathie” bisher nicht viel mehr sagt, als dass mit stark verdünnten Wirkstoffen gearbeitet wird, so sollten Sie noch Folgendes wissen:

Homöopathie ist eine Behandlungsform, die sehr viel Zeit erfordert (insbesondere beim ersten und zweiten Kontakt), da nicht nur die genaue Familien-Krankengeschichte, sondern auch viele einzelne Empfindungen, Besonderheiten und Entwicklungen besprochen werden.

Je gezielter Sie antworten und je ehrlicher Sie sind, umso besser sind wir in der Lage, eine Arznei zu wählen, die nicht nur einzelne Symptome beseitigt, sondern die Sie als ganzen Menschen wieder gesund macht. Es gibt viele Tausend geprüfte homöopathische Einzelmittel, die sich z.T. nur in Feinheiten voneinander unterscheiden. Auf die zahlreichen Komplexmittel wollen wir hier gar nicht eingehen. Von deren Verwendung raten wir fast immer ab. In ihrer jeweiligen Kombination sind sie nur sehr selten wirklich passend, und mit einer Homöopathie im Sinne Hahnemanns haben sie rein gar nichts zu tun. Unsere Aufgabe besteht – noch vor der Mittelfindung – darin, Sie als Ganzes und damit auch Ihre Krankengeschichte richtig zu verstehen. Automatisch findet an dieser Stelle meist schon eine Lebensberatung im Sinne eines Coachings statt. Nicht nur Sie, sondern auch wir müssen Ihre mitgebrachten Belastungen richtig einordnen und verstehen. Für die Mittelfindung ist es dann wichtig, welche Ihrer Belastungen z.Zt. gerade aktiv sind. Ein Beispiel: Ein Patient hat sowohl eine tuberkulöse als auch eine gichtische Belastung, aber erhöhte Harnsäurewerte, Warzen und Bandscheiben-beschwerden sind z.Zt. das zentrale Problem; die Bronchialerkrankung und seine Allergien stehen seit geraumer Zeit im Hintergrund. Das jetzt im Vordergrund stehende gichtische Problem muss folglich zuerst behandelt werden. Da schwerwiegende Erkrankungen im Leben leider nie von allein weggehen, sondern entweder “abtauchen” (um sich später meist massiver wieder zu melden) oder sich verlagern (der Heuschnupfen wird zur chronischen Darmentzündung oder zum Asthma), müssen während der homöopathischen Therapie die Belastungen nacheinander abgearbeitet werden.

Gleichzeitig sollten Sie immer verstehen lernen, warum Sie erkrankt sind und mit uns gemeinsam ein Konzept zur Änderung Ihrer Denk- und Handlungsweise entwickeln. Es sollten Strategien herausgearbeitet werden, durch die sie in die Lage versetzt werden, Ihre alten Muster abzulegen und neue Wege zu beschreiten.

Um noch bei der Homöopathie zu bleiben: Natürlich gibt es Menschen, die haben nur Warzen und waren auch zuvor immer gesund. In diesem Fall therapiert man die Warzen weg, und alles ist erst einmal gut. Irgendwann meldet sich dann vielleicht ein anderes gichtisches Symptom, und man hat auch dieses schnell im Griff. Das ist der Grund, weshalb einigen Menschen sehr schnell geholfen werden kann, während bei anderen der Erfolg erst nach längerer Zeit richtig offensichtlich wird. Auch hier sei wieder erwähnt, dass eine Gesundung immer auch von der Bereitschaft des Patienten zur Selbstreflektion und Arbeit an sich selbst abhängt. Ein Patient, der sich erhofft, ein Antibiotikum nun gegen homöopathische Globuli eintauschen zu können und an seiner Lebensführung dabei nichts ändern zu müssen, braucht den Weg in unsere Praxis nicht zu nehmen. Wir werden ihm nicht nachhaltig helfen können.

Reaktionen

Während der Behandlung einer chronischen Belastung können akute Beschwerden für kurze Zeit stärker werden, und es kommt häufig vor, dass sich gesundheitliche Probleme von früher wieder melden und für eine kurze Weile “austoben”. Die Erscheinungen dürfen dann auf keinen Fall durch schulmedizinische Maßnahmen (wie z.B. Antibiotika-Gaben) unterdrückt werden, denn es kehrt ansonsten der chronische Zustand zurück, und er wird ab jetzt noch schwerer therapierbar. Ein Beispiel: Ein achtjähriges Mädchen wird vorgestellt mit chronisch verstopfter Nase, ständigen Kopf- und Bauchschmerzen, Müdigkeit und Unlustgefühlen. Die Lymphknoten am Hals sind hart geschwollen. Früher hatte das Mädchen häufig Mittelohr-, Blasen- und Nasennebenhöhlenentzündungen, die stets mit Antibiotika behandelt wurden. Die Abwehr des Mädchens wurde folglich immer schlechter, sodass sich der jetzige chronische Zustand ohne Abwehrkampf, wie Fieber und Sekretion, entwickelte. Unter der homöopathischen Behandlung ist es wünschenswert, dass sich wieder ein akuter Entzündungszustand einstellt. Dem Kind geht es in der Regel gleich sehr viel besser, wenn die Nase wieder läuft. Wenn dann die familiär angelegte tuberkulinische Belastung behandelt wird, schweigen alsbald auch die Ventile der Tuberkulinie: die Mittelohr- und die Blasenentzündungen. Die Behandlung muss immer von innen nach außen erfolgen und an den tatsächlichen Ursachen ansetzen. So verbessert sich der Hautzustand erst, nachdem sich Leber- und Bauchspeicheldrüsenfunktionen verbessert haben. Neunzig Prozent aller Erkrankungen, die wir in der Praxis zu sehen bekommen, sind Stoffwechselerkrankungen. Sie sind zusätzlich gut durch eine säurearme und ballastreiche Ernährung zu beeinflussen. Die beste homöopathische Behandlung hilft nichts, wenn die Lebensführung und die Denkweise nicht stimmen. Sie wissen sicher, was das bedeutet:

Deutlich vor Mitternacht schlafen gehen!

Gemüse und Obst sollten in der Ernährung vorherrschen, da diese die Basen in den Körper bringen. Eiweiß und isolierte Kohlehydrate (Kuchen, Süßes aller Art) führen zur Übersäuerung des Körpers und damit zu Krankheiten aller Art.

Selbstgemachten Stress völlig meiden, vorgegebenen durch ausreichende Bewegung im Freien ausgleichen, möglichst regelmäßig Entspannungsübungen, Meditation o.ä. durchführen.

Genussgifte aller Art nur in Ausnahmefällen und wohldosiert zu sich nehmen!

Auf gute Verdauung durch ballastreiche Kost achten und ausreichend trinken (aber nicht in Form von Kaffee oder Schwarztee!). Täglich 2 ½ Liter gutes Wasser – möglichst ohne Kohlensäure – sollten sie anstreben, um die Stoffwechselschlacken gut auszuschwemmen.

Sich mit positiven Dingen beschäftigen, Ihre Gedanken auch in diese Richtung lenken.

Antidote

Es gibt Stoffe, die sich nicht mit den homöopathischen Medikamenten vertragen und die deren Wirkung schmälern oder gar zunichte machen. An erster Stelle steht Kampfer, ein Stoff, der in allen ätherischen Ölen, besonders aber in Pfefferminze und Eukalyptus, enthalten ist. Also verzichten Sie bitte auf die meisten Kaugummis, Fisherman´s Friends, Japanisches Heilpflanzenöl, Chinaöl, Brusteinreibungen mit z.B. Wick-Vaporup Kräutertee-Mischungen mit Pfefferminze etc. Es gibt im Handel Zahncremes ohne Menthol z.B. von Elmex (Homöopathie-verträglich, aber mit Fluor), naturheilkundliche Cremes z.B. von Wala, Weleda, Lavera oder Sante. Es gibt Menschen, bei denen Zitrussäuren antidotieren, d.h. die Wirkung homöopathischer Arzneien hemmen. Sollte Ihr Kind viel Orangensaft trinken, und die Homöopathie schlägt nicht richtig an, so sollte man vielleicht einmal an diesen Punkt denken. Kaffee verträgt sich mit mehreren Mitteln überhaupt nicht, in einigen Fällen gilt das Gleiche auch für Schwarztee und Kamille (muss allerdings von Mittel zu Mittel differenziert werden). Informationen hierzu geben wir in der Praxis. Sie sollten Kaffee aber grundsätzlich nur in Ausnahmefällen genießen, da jede Tasse so viel Säure in den Körper bringt wie eine Tafel Schokolade!

Einnahme der Mittel

Die genauen Einnahme-Modalitäten teilen wir Ihnen ebenfalls mit. Von den Globuli werden 3 – 5 Kügelchen pro Gabe, von alkoholischen Lösungen zumeist 5 – 10 Tropfen und von Tabletten in der Regel nur 1 eingenommen. Alle LM-Potenzen sind flüssig (Dilution) und müssen vor der Einnahme 10 x aufgeschlagen werden. Von ihnen nimmt man in der Regel nur 1 Tropfen pro Gabe. Im akuten Krankheitsfall lösen Sie 1 Tropfen Ihrer LM-Potenz in 1 Glas Wasser (Achtung: Keinen Metalllöffel zum Umrühren verwenden!) und nehmen alle ½ Std. 1 Schluck aus dem Glas. Nach Einsetzen der positiven Wirkung Einnahme-Intervalle vergrößern.